Nachdem bekannt wurde, dass das Krankenhaus in Bad Schwalbach geschlossen werden soll, ist die Gesundheitsversorgung im Rheingau-Taunus ein brennendes Thema. Um sich über die Herausforderungen einer medizinischen Infrastruktur im ländlichen Raum, insbesondere dem Rheingau, auszutauschen, lud die Junge Union Eltville in Kooperation mit der Jungen Union Rheingau-Taunus am 8. März zum JU-Dialog im St. Josefs-Hospital Rheingau in Rüdesheim ein.

Im Austausch mit den Experten Jens Gabriel, Klinikleiter des St. Josefs-Hospitals Rheingau, PD Dr. Markus Schubert, ärztlicher Direktor, und Frau Krah, Pflegedienstleitung, erfuhren die Teilnehmer interessante Perspektiven auf die aktuelle gesundheitspolitische Diskussion.

„Der Standort Rüdesheim ist auf einem guten Weg.“

Der Träger des Rüdesheimer Krankenhauses, das St. Josefs-Hospital Wiesbaden, hat zugesichert, dass das JoHo Rheingau nicht von einer Schließung bedroht ist. Mit neu geschaffenen medizinischen Angeboten im Bereich der gynäkologischen Chirurgie, der Palliativmedizin, der koloproktologischen Sprechstunde und der Sprechstunde für Elektrophysiologie wird die für den Rheingau wichtige Grund- und Notfallversorgung sinnvoll ergänzt. Auch durch die Reaktivierung der hauseigenen Krankenhausküche sei man auf einem guten Weg, die Patientenzufriedenheit nachhaltig zu verbessern. „Wir werden weiter Kurs halten und durch qualitativ gute Arbeit dauerhaft überzeugen,“ erklärt Klinikleiter Jens Gabriel.

Die Junge Union ist erfreut über diese Nachricht, wie der Kreisvorsitzende, Lukas Brandscheid, zum Ausdruck bringt: „Die Gesundheitsversorgung ist ein grundsätzliches Bedürfnis der Bevölkerung. Hier muss ein Mittelweg zwischen bedingungsloser Rentabilität und adäquater Versorgung der Bevölkerung gefunden werden. Es ist Aufgabe der Politik, den Mitbürgern Sicherheit zu geben und alles dafür zu tun, dass bestmöglich versorgt werden kann.“

„Das JoHo Rheingau ist wichtig für das gesamte Gesundheitsnetz Rheingau.“

Der ärztliche Direktor des Rüdesheimer Krankenhauses, PD Dr. Schubert, verwies auf die Wichtigkeit eines Krankenhauses in der näheren Umgebung auch für die niedergelassenen Ärzte: „Es ist für Ärzte wesentlich attraktiver, sich vor Ort niederzulassen, wenn ein Krankenhaus mit seiner einhergehenden Infrastruktur in der Nähe ist. Daher stabilisiert und verbessert das JoHo in Rüdesheim das gesamte Gesundheitsnetz im Rheingau.“

Darüber hinaus kritisierte PD Dr. Schubert, dass es das Abrechnungssystem den kleinen Krankenhäusern erschwere, die Grund- und Notfallversorgung kostendeckend zu betreiben: „Es herrscht ein Ungleichgewicht in der Abrechnung zwischen elementaren medizinischen Notwendigkeiten und Eingriffen, die nicht so hohe personelle Vorhaltekosten mit sich bringen. Hier liegt ein großer Teil des Problems. Daraus folgt auch, dass immer mehr Akutbetten abgebaut werden. Dies führt in der Praxis dazu, dass Menschen im Akutfall lange Anfahrtswege in Kauf nehmen müssen, weil im nächstgelegenen Krankenhaus die Kapazitäten erschöpft sind.“

Sina Rampe, Vorsitzende der JU Eltville, resümiert: „Nach welchen Prinzipien ein Krankenhaus geführt wird, hängt wesentlich vom Träger und den Akteuren vor Ort ab. Das Gesundheitsnetz Rheingau macht sich stark für Patienten. Ich hoffe, dass unser Austausch zwischen Gesundheitsexperten und lokaler Politik hier zu mehr Transparenz beigetragen hat.“ Daher freut sich die Junge Union insbesondere über die Teilnahme von Kate Cahill, Vorsitzende der Frauen Union Rheingau-Taunus, Ingo Schon, Stadtverordnetenvorsteher in Eltville, und weiteren aktiven Politikern im Rheingau.

Die Junge Union bedankt sich bei dem St. Josefs Hospital Rheingau für die Ermöglichung des 1. JU-Dialogs.

« Junge Union Rheingau-Taunus diskutiert Große Koalition mit der CDU Junge Union bringt Anträge zum Kreisparteitag ein und stärkt Innovationsfähigkeit der CDU »